Wolkentor-Sangha
Willkommen in dieser Gemeinschaft sind alle, die ihrem Leben einen neuen Sinn geben möchten:
- Frustrierte und Gestresste
- Gläubige und Ungläubige
- Neugierige und Lebensmüde
- Verzweifelte und Pessimisten
- Grenzgänger und Einsame
- Junge und Alte
Im Grunde suchen alle Liebe, Geborgenheit und Angenommensein. Das alles finden wir nicht im Außen, sondern in unserer eigenen Tiefe.
Wolfgang Walter (E’un-Ken) hat sich der harten Schule der Zen-Tradition unterworfen und sich zwei Jahrzehnte lang darin geschult. Am Ende wurde ihm beim internationalen Zen-Lehrer-Treffen vom Oberhaupt der Sanbo-Kyodan-Schule der Name „Wolke der Weisheit“ verliehen. Obwohl er all seinen Lehrers unsagbar dankbar ist, hat er stets den Weg und die lange Tradition des Zen hinterfragt. So kam es zu einem Wandel, den jeder mitverfolgen kann, der ebenfalls den strengen Weg gegangen ist. Wolfgang geht es um eine „unbefleckte“ Praxis und Erfahrung. Das bedeutet, dass man Zazen (das meditative Sitzen) nicht als Mittel ansieht, Erleuchtung zu erlangen. „Hier stinkt es nach Erleuchtung“, hat ein alter Meister einmal gesagt. Vielmehr sollte die „Übung“ eine anstrengungslose Nicht-Übung sein, reines Gewahrsein, das zu einem Überschreiten der Schranken des Dualismus führt. Dies ist viel einfacher, wenn man sich aus der starren Reglementierung löst. Wolfgang betrachtet Zen in erster Linie als ein spielerisches Schauen auf das Ganze. Das bedeutet:
- weg vom Knochenbrecher-Zen, wo man sich am Ende eines Sesshins gratuliert, es körperlich durchgestanden zu haben. „Ihr müsst wissen, dass es eigentlich nichts so Knochenbrecherisches gibt wie die Übung des Zazen.“ (Yasutani Hakuun, S. 384 in „Die Niederschrift vom blauen Fels“ von Yamada Koun) Alle Neu-Einsteiger können jetzt mühelos an einem Sesshin mitmachen, ohne vorher einen Einführungskurs belegt zu haben.
- freiere Gestaltung der einzelnen Sitzeinheiten. „Übende, die sich mit Formen quälen, sind wie Affen, die das Spiegelbild des Mondes im Wasser zu greifen suchen“. (Engos Kommentar zum Koan Nr. 12 im Hekiganroku) Viele Sitzeinheiten finden daher im Freien statt. Die Natur ist unser größter Lehrer.
- Zen muss Religionen transzendieren. Es gibt kein buddhistisches oder christliches Zen, denn es ist die Quelle, aus der alle Religionen entspringen. Man kann Weisheit nicht auf Ost-West reduzieren. Krishnamurti schreibt: „Glaube ist unnötig, ebenso wie Ideale. Beide verschwenden Energie, die gebraucht wird, die Entwicklung der Wirklichkeit zu verfolgen, dessen, was ist. Glaube wie Ideale bewirken die Flucht aus der Wirklichkeit, und Flucht bringt kein Ende des Kummers. Das Ende des Kummers ist das Verstehen der Wirklichkeit von Augenblick zu Augenblick. Es gibt weder ein System, noch eine Methode, die zum Verstehen führt; nur eine unvoreingenommene Wahrnehmung der Wirklichkeit wird dies erreichen. Meditieren nach einem System heißt, dem auszuweichen, was du in Wirklichkeit bist; es ist sehr viel wichtiger, sich selbst zu verstehen, die ständige Veränderung der Wirklichkeit um sich herum, als zu meditieren, um Gott zu finden oder Visionen zu haben, Gefühlerregungen oder andere Formen der Unterhaltung. Das Erblühen von Liebe ist Meditation“. (Krishnamurti, Meditationen, Diogenes Verlag S. 55)
- Um Zen zu praktizieren, müssen wir alle Konzepte von Zen und Meditation hinter uns lassen. „Und das Wort Zen zu sagen, treibt Schamröte ins Gesicht“.(Engo, Hekiganroku) „Selbst der klar erleuchtete Mönch ist hilflos“ (Hekigan-roku Nr. 2 Engos Einf.) Die Instabilität ist unsere größte Chance.
- Verlassen des stark reglementierten japanischen Zen-Weges. „Zeigt sich das große Kraftpotential, gibt es keine festen Regeln.“ (Engo in Hekiganroku. Nr. 3) Jeder Mensch hat seine Vergangenheit, seine Tradition. Doch um weiterzukommen, müssen wir all dies hinter uns lassen. Wir können uns auf nichts und niemanden berufen.
- Betonung der Sangha (Gemeinschaft). Weg vom Einzelkämpfer-Dasein und hin zu einem persönlichen Miteinander, trotz Schweigen. Man kam, saß und ging – so war es früher.
- Neue Koan-Praxis. Koans zu „lösen“ auf Teufel komm raus, führt zu nichts, wenn die Erfahrungen dahinter fehlen. Viele Zen-Schüler wissen überhaupt nicht, was hinter einem Koan steckt. Sie sind einfach nur froh, wenn sie es hinter sich haben, um zum nächsten zu kommen. So entsteht oft eine Art Wettlauf untereinander. Im Grunde sind Koans das Leben pur.
- Keine Ausgrenzung psychisch Kranker. Hinter psychischen Erkrankungen stehen oft tiefe spirituelle Erfahrungen, die nicht erkannt worden sind. Hier liegt eine große Chance.
- Zen muss in den Alltag führen. Das ist die große Herausforderung in dieser Zeit. Dogen schreibt im Shobogenzo Bd. 4 S. 61: „Das ‚Dharma-Rad drehen“ bedeutet sich zu schulen und anzustrengen und ein Leben lang das Kloster nicht zu verlassen; es bedeutet die Wahrheit zu erfahren und zu erforschen, um die Wohltat der Belehrungen zu bitten und sich auf der langen Zazen-Plattform zu bemühen.“ Zen muss sich der Gesellschaft anpassen, ohne dabei seine Essenz, seine Reinheit zu verlieren. Wir sind schließlich keine Samurais mehr.
Mitgliedschaft im Wolkentor-Netzwerk
Nicht jeder, der in regelmäßigen Abständen die „Augenblicke" per E-Mail zugeschickt bekommt, ist auch automatisch Mitglied dieser Gemeinschaft. Voraussetzungen dafür sind:
1. Ich möchte dabei sein.
Dazu genügt ein kurzes E-Mail. Es gibt keine Gebühren!
2. Ich habe in den letzten zwei Jahren schon einmal einen Einführungskurs oder ein Sesshin besucht.
Sangha bedeutet Gemeinschaft, das heißt, man kennt sich untereinander oder hat schon Bekanntschaft mit einigen geschlossen. Was hilft schon eine Gemeinschaft ohne persönlichen Bezug und ohne gemeinsamen Hintergrund? Schließlich gehört Sangha (Gemeinschaft) neben Buddha (Aspekte der Wirklichkeit) und Dharma (Lehre) zu den drei Kostbarkeiten. In meinen Sesshins ist der Aspekt der Sangha immer weiter in den Vordergrund gerückt. Menschen lernen sich kennen und schließen oft eine tiefe Freundschaft.
3. Ich möchte meine Kenntnisse und Fähigkeiten auch anderen zur Verfügung stellen.
Zen hat für mich nicht nur einen spirituellen Aspekt, sondern auch einen ganz pragmatischen, den Aspekt der gegenseitigen Hilfe. Zen muss in den Alltag führen und will hier gelebt sein. Jeder Mensch hat einen besonderen Hintergrund mit ganz speziellen Kenntnissen, oder Gebiete, in denen er sich besonders gut auskennt, die er hier zur Verfügung stellt und mir per E-mail bekannt gibt.
Beispiele: Computer-Spezialist, Arzt allgemein oder fachbezogen, Therapeut, Steuerberater, Rechtsanwalt, Sprachkenntnisse, bis hin zu: Wie wird mein Kartoffelsalat besonders gut? Das mag banal klingen, aber auch Essen ist Zen und gehört zum Leben. Ein anderer ist gerade arbeitslos geworden und hat vielleicht hier die Möglichkeit, sich über Wasser zu halten.
So entsteht ein besonderes Netzwerk von sozial engagierten Menschen, die miteinander gemeinsam durchs Leben gehen. Auf diese Weise löst sich Zen vom Einzelkämpfer-Dasein und wird direkt in den Alltag integriert.
Auf meiner Homepage werden in einer speziellen Rubrik die Fähigkeiten und Kenntnisse (ohne Namen) aufgelistet und im Falle des Falles weitervermittelt. Beispiel: Jemand braucht einen juristischen Rat. Er teilt mir dies kurz per E-mail mit und ich gebe den Namen, die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse an den Betreffenden weiter.