Wolfgang Walter, E'un Ken
Zen-Lehrer


E'un Ken - Wolke der Weisheit

 

 

zen-zeichen-startseite

 


 

 

Leere Weite - nichts als Liebe

Die unendlich leere Weite ist unser natürlicher Zustand.
Du brauchst nicht zu suchen.
Wohin sollte sie verschwinden?
Wir sind sie - ohne Unterbrechung.
Sie ist alles, was wir haben.
Nichts existiert außerhalb von ihr.
Sie stellt sich nicht ein,
wenn wir den Verstand zur Ruhe bringen.
Sie geschieht ohne Ursache,
sie nimmt sich selbst wahr.

Du bist nicht du und ich bin nicht ich.
Wir sind verschmolzen im Ganzen.
Praktiken befolgen würde voraussetzen,
dass es einen Praktizierenden gibt.
Techniken anwenden bedeutet,
sein Ich zu stärken.
Praktiken jedoch zu verwerfen wäre ein Irrtum.
Nur:
Es gibt keinen Handelnden, es gibt nur Handeln.
Es gibt keinen Denkenden, es gibt nur Denken.
Es gibt keinen Fühlenden, es gibt nur Fühlen.
Wir können das EINE nicht verwirklichen,
es hat sich bereits durch mich verwirklicht.

Wenn der Verstand ablehnt, hat das Ich wieder zugegriffen.
Das Unendliche wartet nicht darauf, dass der Verstand es begreift.
Egal, wohin Du dich auch wendest, stets begegnet ES dir.
Sobald Du jedoch versuchst, irgendwohin zu kommen,
verschwindet das Hier und Jetzt.

Jede Vorstellung, etwas zu erreichen,
basiert auf der Annahme, dass ein Ich existiert.
Wir sind nicht, was wir zu sein glauben.
Die Vorstellung, dass wir unseren Verstand zur Ruhe bringen sollen,
ist Unwissenheit.
Wer sollte ihn zur Ruhe bringen?
Wie alles andere besteht auch der Verstand aus Leerheit.
Passivität und Aktivität spielen keine Rolle.
Werden Gedanken und Vorstellungen erkannt,
hat die Identifikation ein Ende.
Dinge sind einfach das, was sie sind.
Es gibt keine Sünde, es gibt keine Schuld.
Wer sollte sündigen, wer sollte sich schuldig machen?
‚Sünde' kommt von absondern, doch dies ist nicht möglich.
Mit ihm und durch ihn und mit ihm.
Der Vater und ich sind eins.

Das illusionäre Ich ist die unendliche Weite selbst.
Sei einfach entspannt
und alles enthüllt sich auf natürliche Weise.
Es ist unmöglich, ein Ziel zu erreichen,
das ein Ich erschafft.

Es gibt nichts, wovon wir uns befreien müssten,
damit wir in die EINE Wirklichkeit durchbrechen.
Höre auf dein Herz,
komme in Kontakt mit deinen Gefühlen.

Vorstellungen sind nicht die Wahrheit.
Wir müssen nur erkennen, dass wir frei sind,
mehr nicht.
Wir müssen erkennen,
dass wir unsere Identität aus Informationen konstruiert haben.

Gedanken, Gefühle und Empfindungen
sagen nichts über unser Wahres Wesen aus.
Sie sind einfach das, was sie sind:
Gedanken, Gefühle und Empfindungen.
Nur durch unsere Interpretation glauben wir,
dass sie etwas Negatives über uns aussagen.
Gibt es keinen Interpreten,
hören alle Probleme auf.

Manche Menschen halten Angst für die Wahrheit.
Doch in Wirklichkeit ist Angst einfach nur Angst.
Könnten wir aufhören, die Angst auf uns zu beziehen,
wäre die Angst keine Angst mehr.
In der unendlichen Weite ist nichts falsch oder krankhaft.
Die wahre Wirklichkeit leidet nie.
Wir müssen nichts entfernen,
um das Leiden zu beenden.

Es gibt nur einen Hintergrund: Liebe.
Liebe ist die Kraft, die Gemeinschaft entstehen lässt.
Das Leben entfaltet sich zu einem Zustand von Liebe,
die sich jeder Beschreibung entzieht.
So präsentiert sich die Unendlichkeit.
Was immer aus Liebe geschieht, ist richtig
und doch gleichzeitig jenseits von richtig und falsch.

Auf die Frage, ‚wer bin ich'? gibt es nur eine Antwort:
Ich bin reines Bewusstsein, unendliche Weite.
Das bedeutet:
Ich bin niemand und zugleich jeder.
Ich bin NICHTS und ALLES.

Dann steht das Unfassbare vor mir.
Es nimmt mich in sich auf, ohne mich zu berühren.
Niemand ist da - kein Wort - Stille,
unfassbar und doch ganz deutlich.

Ganz zu Liebe geworden,
so gleite ich festen Tritts durch diese Welt.
Mir selbst abhanden gekommen und doch ganz da.
Wunder über Wunder - das Ich ausgelöscht.
Leerer Raum - nichts als Liebe.
Ich weiß nicht, wem ich danken soll.
Ich wüsste auch gar nicht, wer es tun sollte.
Kein Ich - kein Gegenüber.
Nur grenzenlose Weite, allumfassender Bewusstseinsraum.
NICHTS zu sein ist ALLES sein.
ALLES sein ist NICHT-Sein.

 

(W. Walter, E'un-Ken)

 

 

Der Weg hinter das Bewusstsein

 

Alles, woran wir uns festmachen, bereitet uns Probleme. Wer sich an seinen Kindern festmacht, hat mit seinen Kindern Probleme. Wer sich an Gesundheit festmacht, hat mit Gesundheit Probleme. Wer sich an Religion festmacht, hat mit Religion Probleme. Wer sich mit seinen Gedanken identifiziert, leidet an seinen Gedanken. Wer sich mit seinen Gefühlen identifiziert, leidet an seinen Gefühlen. Wer sich mit seinem Körper identifiziert, leidet an seinem Körper: Wir haben das alles, aber wir sind das nicht. Das, was wir wirklich sind, liegt dahinter verborgen.

 

Zen

 

  • muss sich am Menschen orientieren und nicht umgekehrt.
  • ist eine transkonfessionelle Meditationsform.
  • ist die höchste Form sozialen Handelns auf der Basis des Nicht-Handelns.
  • ist nicht ein Weg, Schwierigkeiten oder Krankheit zu vermeiden, sondern mit ihnen in angemessener Weise umgehen zu lernen, ohne dadurch an die Wand gedrückt zu werden.
  • ist ein Weg in eine neue Wirklichkeit, die in dieser Wirklichkeit versteckt ist.
  • ist ein Weg, die unerschöpflichen Potenzen in sich zu entdecken und zu leben.
  • ist ein Weg, die Ego-Ebene zu durchstoßen, um in neue Dimensionen des Bewusstseins zu gelangen. Entwicklung (Evolution) hängt immer mit Bewusstsein zusammen.
  • ist der Weg durch die Mitte, jenseits aller Extreme und ein Verwandlungsprozess in ein neues Sein.
  • ist ein Weg, der aus der Egozentriertheit herausführt, hin zu einem liebevollen Miteinander und verantwortungsvollen Handeln ohne Konkurrenzdenken.
  • führt in eine Freiheit, in der Begriffe wie „Zen“ oder „Spiritualität“ nur noch Konzepte sind.
  • ist nicht ein Weg des verbissenen Einzelkämpfers, sondern ein gemeinsames Sich-Versenken in das, was ist.

 

Wolfgang Walter, E’un Ken (Wolke der Weisheit)

 

  • vermittelt einen sanften Zugang in die Lebendigkeit und Freude des eigenen Daseins.
  • ist kein Freund von Harakiri-Zen.
  • betrachtet sich nicht als Lehrer, sondern als Hebamme, die bei der Geburt in das neue Leben behilflich ist.
  • stellt die Sangha (Gemeinschaft) in den Vordergrund, denn wir sind soziale Wesen. Das Individuum kann nicht überleben.
  • ist kein Vermittler von Weisheiten, sondern führt die Menschen über eigene Erfahrungen dorthin.
  • geht neue Wege, was sich auch in seinen Seminaren ausdrückt.
  • verbindet psychologisches Tun und ärztliches Handeln.
  • hilft Burn-Out-Geschädigten.
  • hilft jungen Menschen, in die Achtsamkeit zu finden. Denn nur so kann auch das ankommen, was Lehrer in der Schule vermitteln.
  • führt aus der Vergangenheit (Konditionierungen) heraus, deren wir uns oft nicht einmal bewusst sind.
  • bezieht die Natur sehr stark in die Meditation ein. (Zazen im Freien)
  • betreut jeweils eine Sitzgruppe in Freising und in München. Dabei stehen die Einzelgespräche (Dokusan) im Vordergrund, wobei es um Erfahrungen oder Schwierigkeiten beim Üben geht. Ab und zu gibt es auch Teisho (Vortrag).
  • möchte nur so viele Zen-Schüler haben, dass ihm genügend Zeit bleibt, jedem Einzelnen auf seinem Weg weiterzuhelfen.